Buchcover-Gestaltung

Cover-Gestaltung mit Photoshop, InDesign & Co. 

Im Bereich Adobe Photoshop habe ich bereits die gängigsten Werkzeuge, Retusche-Tricks und Freistellungswerkzeuge kennengelernt. Der Einsatz von verschiedenen Ebenen sowie Masken eröffnet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten insbesondere für die Cover-Gestaltung.

Schon nach kurzer Zeit konnte ich mein Wunsch-Buchcover für mein erstes eigenes Buchprojekt in die Realität umsetzen. Neben Photoshop gibt es aber auch mittlerweile einige Software-Alternativen wie Affinity Designer oder die Freeware Gimp, die gleiche oder ähnliche Funktionalität aufweisen.

Wenn man ein Buchcover gestaltet, hat man zunächst zwei Komponenten:


  1. --> den grafischen bzw. Bildbereich  und

  2. --> den Textbereich bzw. das  Beschriftungslayout
















Finale Endversion

 

Tipps zur Covergestaltung:  

  • Überlegen Sie sich vorher genau, was Sie auf  ihrem Cover preisgeben wollen, um die Neugier zu wecken. Aufgrund des  Coverbildes zieht der Interessent erste Rückschlüsse in Bezug auf die Story,  daher sollte es Symbolcharakter aufweisen.
     
  • Informieren Sie sich über die Aspekte  der Farbpsychologie! Die richtigen Farben verstärken die Ausdruckskraft und Symbolik Ihres Covers.

  • Das Cover sollte dem ausgewählten Roman-Genre  gerecht werden und die Zielgruppe ansprechen!

  • Die Bild- und Textelemente sollten so angeordnet  sein, dass die Texte gut lesbar sind und hervorstechen.

  • Die Komposition der Elemente sollte "rund" sein  sowie ein attraktives ansprechendes Gesamtbild erzeugen.

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Wie bin ich bei der Erstellung des Covers vorgegangen?


  • Zunächst setzte ich mich im Allgemeinen mit  der Gestaltung von Buchcovern auseinander. Ich schaute mir viele Beispiele und  Lösungen von Bestsellern an und bekam langsam einen tiefergehenden Eindruck.  Ich sammelte Informationen speziell für die Covergestaltung von  Fantasy-Romanen und schrieb mir die wichtigsten Schlüsselwörter dazu auf:  geheimnisvoll, düster, charismatisch, farblich eher dunkel  gehalten.

  • Mir schwebte schon im Vorfeld ein bestimmtes  Bild im Kopf herum, wie mein Cover von den Bildelementen her aussehen  sollte. Anschließend habe ich mir Bildmaterial von kostenlosen  Anbietern herausgesucht. In meinem Fall von Pexels und von Pixabay. Dazu muss man wissen, dass es rein rechtlich keine lizenzfreien Bildmaterialien gibt, wie es immer so schön heißt. Bei diesen kostenlosen Anbietern ist es jedoch so, dass der Urheber auf seine Urheberrechte am Bild verzichtet bzw. sie zur freien Verfügung stellt, auch in vielen Fällen für die kommerzielle Nutzung. Hierbei muss trotzdem darauf geachtet werden, ob die kostenlose Nutzung mit Bedingungen verknüpft sind! Manche Urheber erlauben die kommerzielle Nutzung nur unter bestimmten Voraussetzungen wie z.B. die Namensnennung des Urhebers. In meinem Fall allerdings, waren alle verwendeten Bildmaterialien frei von Bedingungen.
     
  • Mit meinem heruntergeladenen Sammelsurium an  Bildmaterial, probierte ich erstmal verschiedene Kombinationen aus, bevor ich  mich für die finalen Elemente entschied.  Auch bei der Anordnung spielte  ich viele Alternativen durch, bis ich wirklich mit dem vorläufigen Ergebnis  zufrieden war.
     
  • Das Feintuning folgte jetzt, sprich die  Bildbearbeitung als Ganzes. Es dauerte einige Zeit bis  ich  alle Objekte professionell freigestellt hatte. Alle  verwendeten Elemente waren ursprünglich Teil einer anderen Bildkomposition und mussten erst in Ziziphus-Arbeit einzeln gepfadet  und ausgeschnitten werden. Die einzelnen Elemente (Wolf,  Frau, Sternenbild und Mond) setzte ich dann hinterher  in  mein definiertes Arbeitsflächenformat ein. Dies war aber  nur die halbe Miete, denn jetzt folgten  diverse  Effekteinstellungen, Neuordnungen  der Ebenen-Hierarchien, Maskierungen sowie Farbfilter- und  Farbtonkorrekturen. Besonders schwierig umzusetzen war der Effekt,  dass die Frau quasi in den Sternen wie eingebettet wirkt. Sieht man  genauer hin, kann man erkennen, dass Sie sich quasi "im" Universum  befindet und ein paar Artikel des Sternenmeeres im Vordergrund stehen. Es hat  fast den Anschein als würde sie in der Materie schwimmen.

  • Der Buchtitel der Serie stand bereits  fest, allerdings überlegte ich noch bei dem Titel des ersten Serienbandes.  Eigentlich wollte ich im Bereich des physikalischen Bereichs bleiben, hatte  aber dann doch Bedenken, ob der anfängliche Titeleinfall "Newtons Erbe"  zielgruppengerecht genug war. Letztendlich entschied ich mich für "Das Gesetz  der Anziehungskraft" um es eindeutiger zu gestalten. Bildlich gesehen wirkte  es auch stimmiger, weil die Frauenfigur quasi vom Mond "angezogen" wird  und die Gravitation die Kontrolle übernommen hat. Der  Wolf verstärkt die Symbolik der Anziehungskraft zusätzlich. Hier kommt  das Klischee, das Wölfe sich zum Mond hingezogen fühlen zum Tragen. Der  Wolf der den Mond anheult, ist auch inhaltlich ein kleiner Hinweis auf  das, was den Leser erwartet.
       
  • Für die Einbindung und Platzierung der  Textelemente griff ich auf die Hilfe von InDesign zurück. Dafür  importierte ich das fertige Bild des Covers und gestaltete  dann den Serien-Titel, Band-Titel sowie mein  Pseudonym "Buchstabenrebell" anstelle des üblichen Autorennamen. Vom  Layout her, probierte ich auch hier wieder einige mögliche Varianten aus  (Schriftart, Schriftgröße, Schrift-Effekte), bis das Ergebnis in meinen Augen  rund war.

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Symbolik und Farbpsychologie des Buch-Covers:Jedes Bildelement hat eine enge Verbindung zum Storyboard. Das Frontcover liefert dem interessierten Leser schon auf den ersten Blick einige Informationen über die inhaltliche Thematik des Buches. Ein Teil der Bedeutung wird dem Leser vielleicht erst im Nachhinein bewusst, wenn er das Buch liest. Es sorgt dann für einen nachträglichen AHA-Effekt. 

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Die abgebildete Frau auf dem Cover ist eine Versinnbildlichung der zentralen Hauptfigur. Das rote Kleid ist kein Zufall, denn es ist ein wesentlicher Bestandteil der ersten wichtigen Schlüsselszene in der Buchstory. Rot ist zudem die Farbe des Blutes und des Lebens. Sie symbolisiert Energie, Wärme, Leidenschaft und Liebe auf der einen Seite und Aggression, Zorn und die Flamme des Feuers auf der anderen Seite. In Kombination mit sehr dunklen Farbtönen wie Schwarz oder tiefes Dunkelblau verstärkt sich der farbpsychologische Aspekt des Rottons als gefährliche Warnfarbe. Rot ist weiterhin die Farbe des Kriegsgottes Mars. Alles diese kleinen feinen Details im Buchcover weisen unterschwellig auf das hin, was der Leser im Buch zu erwarten hat: Liebe, Leidenschaft, Gefahr, Kontrollverlust, Tod, Krieg, Gewalt und innerliches Chaos. 

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Der Mond steht für die Unerreichbarkeit und Einsamkeit, für Sehnsucht und Melancholie. Er wirkt kühl und distanziert und trotzdem zieht er magisch die Blicke in seinen Bann. Von der Bedeutung her, assoziiert man mit ihm Wechsel und Wandel. Der Mond beeinflusst durch die Kraft seiner Gravitation Ebbe und Flut. Im Fantasy-Genre ist er Ausdruck mystischer Kräfte, die Willenlosigkeit und Zwang ausüben. Seine Ausstrahlung und Anziehungskraft, hat einen besonderen Einfluss auf alle Lebewesen der Erde. Neben seiner einnehmenden Art, steht er aber auch für Unbewusstes, für Emotionalität, für die Seele, die Stimme des Gewissens und für Romantik.

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Das Weltall/ Universum oder Sternenbild steht ebenfalls für Unerreichbarkeit, Stille, Sehnsucht und Unendlichkeit. Seine Faszination begleitet die Menschheit schon seit Anbeginn. Die Unendlichkeit und die menschliche Vergänglichkeit stehen dabei im direkten Kontrast zueinander. Man kann es weder eingrenzen noch einen Anfang oder ein Ende definieren, es ist einfach die pure Symbolik für das Unfassbare, für ungeklärte Lebensfragen mit einer ordentlichen Portion Mystik und zauberhaften Flair. Der Himmel wirkt zeitlos und macht uns unsere eigene Vergänglichkeit bewusst.

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Die Sterne haben nochmal eine eigene Symbolkraft. Sie beflügeln die Phantasie, unsere Vorstellung von Romantik, lassen uns Träumen und Hoffen. In der Astronomie dienen sie zur Navigation, aber für uns Menschen sind sie ein symbolischer Wegweiser und vermitteln Schutz und Sicherheit. Weiterhin steht der Stern auch als erweiterte Symbolik für das Hexagramm (Sechsstern) der ein in der Fantasy-Welt ein Schutz gegen Dämonen und Feuer sein soll. Dem Fünfstern (Pentagramm) wird göttliche Ordnung und Schutz vor Verwirrung und Zerstörung zugesprochen. Interessant ist auch, dass der Fünfstern den zehnfachen "Goldenen Schnitt" enthält und damit für Ausgewogenheit und pure Ästhetik bzw. Gesetzmäßigkeit der Natur steht.

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Die Hauptfigur selber hat eine besondere Verbindung zu Sternen, denn Sie wird schon das ganze Leben von ungeklärten Fragen begleitet. Die Sterne bilden eine Art Ankerpunkt, zu denen man hoffnungsvoll und sehnsüchtig aufblicken kann. Ein weiterer Zusammenhang zwischen der Hauptfigur und einem besonderen Stern ist der Name der Frau. Sie heißt "Stella", was von der Bedeutung her für Stern und Sonne steht. "Stella Maris" ist der Meerstern, wogegen "Stella Polaris" für Nordstern steht. In meinem Fall ist die Symbolik des Nordsterns hier treffender. Der Nordstern oder auch Polarstern genannt, ist der hellste Stern am südlichen Sternenhimmel und scheint konstant am gleichen Ort zu bleiben. Er ist der feste Orientierungspunkt der frühen Schifffahrt und dient noch heute als astronomische Wegweiser. Bezogen auf meine Romanfigur ergeben sich in der Symbolik viele parallelen, denn auch Stella ist in der Geschichte der Dreh- und Angelpunkt, um die sich alles dreht. Der Sternenhimmel und seine Betrachtung ist weiterhin Bestandteil einer wichtigen Szene. 

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Der Wolf als lautloser Jäger bei Vollmondnächten, ist ein starkes Rudeltier mit besonderen Kräften. Als Raubtier steht er an der Spitze der Nahrungskette und entwickelt kluge Jagdstrategien. Die Kelten verehrten den Wolf wegen seines starken Familiensinns als Symboltier für Gemeinschaft. Wölfe gelten als treue Begleiter und als Schutztier aber auch als Gefahrenbringer. Die Indianer sehen in ihm ein mächtiges Schamanentier, das weise und eng mit den Mächten des Mondes verbunden ist. Als soziales Wesen ist der Wolf seinem Rudel gegenüber treu ergeben. Der Schutz und das Wohlergehen seines Rudels hat hohe Priorität. Ziele verfolgt er durchdacht und methodisch. Seine Teamplayer-Qualität und der Sinn für Freiheit und Abenteuer machen ihn zu einem gefürchteten, gerissenen aber auch treuen Wegbegleiter.

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